5. offene Clubmeisterschaft der Kölner Bierhistoriker

Wieder einmal richten die Kölner Bierhistoriker ihre offene Club-Meisterschaft aus (BJCP sanctioned competition).
 
Bierstile des Wettbewerbs:
Münchner Helles
Altbier
American Pale Ale

Teilnahmeberechtigt sind alle Hobbybrauer. Eingereicht werden können ein, zwei oder drei Bierstile. Die Bierstile sind vorgegeben und nachfolgend beschrieben.
Pro Bierstil können maximal 22 Biere eingereicht werden!
 
Das einzureichende Mengenvolumen pro Bierstil beträgt 1,5 Liter (gleich 3 x 0,5 oder 5 x 0,33-Liter-Flaschen).  Bitte keine Labels auf die Flaschen kleben, da dies zur Disqualifikation führen kann!)

Die Einreichung erfolgt entweder vor Ort bei der Brauschau am 18. Juni 2022 oder bis zum 22. Juni 2022 per Paket an die zentrale Sammelstelle, die jedem Teilnehmer per Mail zugesandt wird.
Bewertet wird ab dem 25.6.2022 unter Einbindung mehrerer, teils internationaler BJCP-Judges und Biersommeliers.
 
Damit wir planen können, bitte bis spätestens 31.5.2022 verbindlich per Email bei bierhistoriker@outlook.de anmelden. Nach der Anmeldung erhält jeder Teilnehmer eine Mail mit der Paket-Adresse und eine Kontonummer für die Zahlung der Schutzgebühr.
Die Brauer der besten 3 Biere eines jeden Stils erhalten eine entsprechende Sieger-Urkunde. Der Gesamtsieger erhält eine „Best-of-Show“-Urkunde sowie einen Gutschein über 100,00 Euro (Craftbeer-Shop oder Hobbybrauer-Utensilien-Versender).
Entsprechend der Regeln des BJCP, erhält jeder Teilnehmer die ausführlichen Bewertungsbögen seiner Biere als Rückmeldung zur Verfügung gestellt.

Beschreibung der Bierstile im Anhang- diese sind verbindlich für die Bewertung!
Und nun heißt es: Gut Sud!
 
Schutz-Gebühr/ Kostenbeitrag für die Einreichung:
1 Bierstil: 2,50€ für Vereins-Mitglieder, 5,00€ für Nichtmitglieder
2 Bierstile: 4,00€ für Vereins-Mitglieder, 7,50€ für Nichtmitglieder
3 Bierstile: 5,00€ für Vereins-Mitglieder, 10,00€ für Nichtmitglieder
4. PALE MALTY EUROPEAN LAGER

4A. Münchner Helles

Gesamteindruck: Ein goldfarbenes deutsches Lagerbier mit einem weichen, malzigen Geschmack und einem weichen, trockenen Abgang.
Dezent würziger, blumiger oder kräuteriger Hopfen und zurückhaltende Bitterkeit helfen dabei, die malzige, aber nicht süße Ausgewogenheit zu halten, was dieses
Bier zu einem erfrischenden Getränk für jeden Tag macht.
 
Aroma: Mäßiges getreidig-süßes Malzaroma. Niedriges bis mäßig niedriges würziges, blumiges oder kräuteriges Hopfenaroma.
Angenehmes, sauberes Gärprofil, wobei Malz leicht die Balance dominiert.
Die frischesten Exemplare haben eher ein malzig-süßes Aroma.

Aussehen: Blassgelb bis blassgold. Klar.
Anhaltende cremeweiße Schaumkrone.

Geschmack: Mäßig malziger Antrunk mit einer Andeutung von Restsüße, mäßig getreidig-süßer Malzgeschmack mit weichem, abgerundetem Gaumeneindruck, unterstützt von einer geringen bis mittel-niedrigen Bitterkeit. Weicher und trockener Abgang, nicht frisch und beißend. Niedriger bis mäßig niedriger würziger, blumiger oder kräuteriger Hopfengeschmack. Das Malz dominiert den Hopfen leicht am Gaumen, beim Abgang und im Nachgeschmack, aber Hopfen sollte trotzdem erkennbar sein.
Keine Restsüße, nur der Eindruck von Malzigkeit mit verhaltener Bitterkeit. Sauberes Gärprofil.

Mundgefühl: Mittlerer Körper. Mittlere Rezenz, gut gelagerter Charakter.
Bemerkungen: Sehr frische Beispiele können einen ausgeprägteren Malz- und Hopfencharakter haben, der mit der Zeit verblasst, wie es oft bei exportierten Bieren zu beobachten ist. Helles in München ist tendenziell eine leichtere Version als außerhalb der Stadt. Darf als Helles Lagerbier bezeichnet werden.

Geschichte: 1894 in München eingeführt (meist Spatenbräu zugeschrieben), um mit hellen Bieren vom Pilsner-Typ zu konkurrieren.
Besonders populär in Süddeutschland.

Charakteristische Zutaten: Kontinentales Pilsner-Malz,traditioneller deutscher Hopfen, rein vergärende deutsche Lagerhefe.

Stilvergleich: Ähnlich in Malzbalance und Bitterkeit wie Münchner Dunkel, aber weniger malzig-süß in der Ausprägung und heller in der
Farbe als dieses. Mehr Körper und Malzpräsenz als ein deutsches Pils, aber weniger frisch und durchgängig mit weniger Hopfencharakter. Ähnliches Malzprofil wie ein deutsches Helles Exportbier, aber mit weniger Hopfen in der Balance und etwas weniger Alkohol.
Weniger Körper und Alkohol als ein Festbier.

Wichtige Kennzahlen:
OG: 1.044 – 1.048
FG: 1.006 – 1.012
IBU: 16 – 22
EBC: 6 – 10
ABV: 4,7 – 5,4 %

Kommerzielle Beispiele: Augustiner Lagerbier Hell, Hacker-Pschorr Münchner Gold, Löwenbräu Original, Paulaner Münchner Lager, Schönramer Hell, Spaten Münchner Hell, Weihenstephaner Original Helles

Besonderer Hinweis zur 5.Clubmeisterschaft:
In Abweichung zum BJCP-Styleguide wird ungefiltertes, leicht trübes Bier nicht als fehlerhaft eingestuft!
7. AMBER BITTER EUROPEAN BEER

7B. Altbier

Ein bei niedrigeren Temperaturen vergorenes, obergäriges Bier aus Düsseldorf, das einen sanfteres Mundgefühl hinterlässt als es für die meisten Ales typisch ist.
„Alt“ bezieht sich auf den „alten“ Braustil (mit obergäriger Hefe), der üblich war, bevor das untergärige Bierbrauen populär wurde.

Gesamteindruck: Ein gut ausgegorenes, bitteres Bier von mittlerer Farbe mit einer reichen
Malznote, die eine starke Bitterkeit ausbalanciert.
Leichter und würziger Hopfencharakter ergänzt das Malz. Ein trockenes Bier mit wahrnehmbarem Körper und einem sanften Mundgefühl.

Aroma: Malzig und reich mit getreidigen Eigenschaften wie gebackenem Brot oder nussigen, gerösteten Brotkrusten. Sollte keine dunkleren Röst- oder Schokoladennoten haben. Die Malzintensität ist mäßig bis mäßig hoch. Mäßiger bis niedriger Hopfen ergänzt das Malz, dominiert es aber nicht und hat oft einen würzigen, pfeffrigen oder blumigen Charakter. Die Gärcharakteristik ist sehr sauber. Niedrige bis mittelniedrige Ester optional.

Aussehen: Die Farbe reicht von Bernstein bis zu tiefem Kupfer und endet kurz vor Braun; Bronze-Orange ist am häufigsten.
Brillante Klarheit. Dicke, cremige, langanhaltende cremefarbene Schaumkrone.

Geschmack: Malzprofil ähnlich dem Aroma, mit einer durchsetzungsfähigen,
mittleren bis hohen Hopfenbittere, die die reichen malzigen Aromen ausbalanciert.
Das Bier endet halbtrocken bis trocken mit einem getreidigen, bitteren, malzigen Nachgeschmack. Der Abgang ist langanhaltend, manchmal mit einem nussigen oder bittersüßen Eindruck. Der offensichtliche Bitterkeitsgrad wird manchmal durch den Malzcharakter maskiert, wenn das Bier nicht sehr trocken ist, aber die Bitterkeit tendiert dazu, mit dem Malzreichtum eine Balance
aufrechtzuerhalten. Keine Röstaromen oder harsche Töne. Sauberes Gärprofil. Leichte Fruchtester, insbesondere Noten von dunklen Früchten, können vorhanden sein. Mittlerer bis niedriger würziger, pfeffriger oder blumiger Hopfengeschmack. Leicht mineralischer Charakter optional.

Mundgefühl: Mittlerer Körper. Cremig-gschmeidig,mittlere bis mittelhohe Rezenz, Adstringenz gering bis nicht vorhanden.

Bemerkungen: Klassische, traditionelle Beispiele in der Düsseldorfer Altstadt werden aus Fässern serviert. Die meisten Beispiele haben eine ausgewogene (25-35 IBU) Bitterkeit, nicht den aggressiven Hopfencharakter des bekannten Zum Uerige.
Stärkere Sticke- und Doppelsticke-Biere sollten stattdessen im Stil 27 Historical Beer eingetragen werden.

Geschichte: Entwickelt im späten 19. Jahrhundert in Düsseldorf, um lagerbierähnliche Brautechniken zu nutzen, um mit Lagerbier zu konkurrieren. Ältere deutsche Stile wurden in der Gegend gebraut, aber es gibt keine Verbindung zum modernen Altbier.

Charakteristische Zutaten: Malzsorten variieren, bestehen aber in der Regel aus deutschen Grundmalzen (meist Pilsner, manchmal Münchener) mit geringen Anteilen an Kristall-, oder sehr dunklen Malzen. Kann etwas Weizen enthalten, einschließlich gerösteten Weizens.
Spalter Hopfen ist traditionell, es können aber auch andere traditionelle deutsche oder tschechische Hopfensorten verwendet werden. Sauber und hoch vergärende obergärige Hefe. Ein Stufen-Rast-Programm ist traditionell. Bei für obergärigem Bier niedrigen Temperaturen vergoren, dann kalt konditioniert.
 
Stilvergleich: Bitterer und malziger als „International Amber Lagers“. Etwas ähnlich wie „California Common“, sowohl in der Produktionstechnik als auch im fertigen Geschmack und in der Farbe, jedoch nicht in den Zutaten. Weniger Alkohol, weniger Malzfülle und mehr Bitterkeit als ein Dunkler Bock.

Trockener, reichhaltiger und bitterer als ein Wiener Lagerbier.

Wichtige Kennzahlen:
OG: 1.044 –1.052 FG: 1.008 – 1.014
IBUs: 25 – 50
EBC 18 – 24
ABV: 4,3% – 5,5 %

Kommerzielle Beispiele: Bolten Alt, Diebels Alt, Füchschen Alt, Original Schlüssel Alt, Schlösser Alt, Schumacher Alt, Uerige 

18. PALE AMERICAN ALE

18B. American Pale Ale

Gesamteindruck: Ein durchschnittlich starkes, hopfenbetontes, helles amerikanisches Craft-Bier mit ausreichend unterstützendem Malz, um das Bier ausgewogen und trinkbar zu machen. Die klare Hopfenpräsenz kann klassische oder moderne amerikanische oder Neue-Welt-Hopfensorten mit einem breiten Spektrum an Eigenschaften widerspiegeln.

Aroma: Mäßiges bis mäßig hohes Hopfenaroma von amerikanischen oder neuen Welt-Hopfensorten mit einer breiten Palette möglicher Eigenschaften, einschließlich Zitrus, Blumen, Pinie, Harz, Gewürzen, tropische Früchten, Steinobst, Beeren oder Melonen. Keine dieser spezifischen Eigenschaften sind erforderlich, aber ein Hopfenaroma sollte erkennbar sein. Eine geringe bis mäßige neutrale bis getreidige Malzigkeit unterstützt die Hopfenpräsentation und kann geringe Mengen an speziellem Malzcharakter zeigen (z. B. Brot, Toast, Biskuit, Karamell).
Fruchtige Ester optional, bis zu mäßiger Stärke, ebenfalls optional frisches Dryhop-
Aroma.

Aussehen: Hellgolden bis bernsteinfarben. Mäßig große weiße bis cremefarbene Schaumkrone mit guter Stabilität. Generell recht klar.

Geschmack: Hopfen- und Malzcharakter ähnlich dem Aroma (es gelten dieselben Intensitäten und Deskriptoren). Karamellaromen sind oft nicht vorhanden oder ziemlich zurückhaltend, aber akzeptabel, solange sie nicht mit dem Hopfen kollidieren. Moderate bis hohe Bitterkeit. Sauberes Gärprofil. Fruchtige Hefeester können nicht feststellbar bis mäßig sein, obwohl viele Hopfensorten ziemlich fruchtig sind. Mittleres bis trockenes Finish.
Betont werden sonders späte Hopfengaben und Bitterkeit; Die Malzpräsenz sollte unterstützend und nicht überstark sein. Hopfengeschmack und Bitterkeit bleiben oft bis zum Abgang bestehen, aber der Nachgeschmack sollte im Allgemeinen sauber und nicht harsch sein. Frischer Hopfengeschmack optional.

Mundgefühl: Mittel-leichter bis mittlerer Körper. Mäßige bis hohe Rezenz.
Insgesamt glattes Finish ohne Adstringenz oder harsche Töne.

Bemerkungen: Moderne amerikanische Versionen sind oft nur IPAs mit geringerer Stammwürze. Traditionell war es ein Stil, der das Experimentieren mit Hopfensorten und Verwendungsmethoden ermöglichte, die heute oft als internationale Adaptionen in Ländern mit einem aufstrebenden Craftbeer-Markt zu finden sind. Die Juroren sollten die Merkmale moderner amerikanischer Hopfen oder Hopfen aus der Neuen Welt berücksichtigen, wenn sie entwickelt und freigegeben werden.

Geschichte: Eine Adaption des englischen Pale Ale aus der Zeit der modernen
amerikanischen Craftbeer-Ära, die die einheimische Zutaten widerspiegelt.
Sierra Nevada Pale Ale wurde erstmals 1980 hergestellt und trug dazu bei, den Stil bekannt zu machen. Vor der explosionsartigen Popularität von IPAs war dieser Stil das bekannteste und beliebteste amerikanische Craftbeer

Charakteristische Inhaltsstoffe: Neutrales helles Malz aus Amerika oder der Neuen Welt. Neutrale bis leicht fruchtige amerikanische oder englische Ale-Hefe. Kleine Mengen verschiedener Spezialmalze.

Stilvergleich: Typischerweise heller in der Farbe, sauberer im Fermentationsprofil und mit weniger Karamellaromen als englische Pendants. Es kann zu Farbüberschneidungen zwischen American Pale Ale und American Amber Ale kommen.
Das American Pale Ale ist im Allgemeinen sauberer, hat ein weniger karamelliges Malzprofil, weniger Körper, oft mehr Finishing-Hopfen, weniger Bitterkeit in der Balance und Alkoholstärke als ein amerikanisches IPA. Malziger, ausgewogener und trinkbarer und weniger intensiv hopfenbetont und bitter als amerikanische IPAs mit Session-Stärke (auch bekannt als Session IPAs). Bitterer und hopfiger als ein Blonde Ale.
 
Wichtige Kennzahlen:
OG: 1.045 – 1.060 50 FG: 1.010 – 1.015
IBUs: 30 – 50
EBC 10 – 20
ABV: 4,5 – 6,2 %

Kommerzielle Beispiele: Deschutes Mirror Pond Pale Ale, Half Acre Daisy Cutter Pale Ale, Great Lakes Burning River, La Cumbre Acclimated APA, Sierra Nevada Pale Ale, Stone Pale Ale 2.0